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Faun GTLF 18

oder Robbe Flughafenfeuerwehr

 

 

Anfang der neunziger habe ich mal die Flughafenfeuerwehr von Robbe gebaut und auch lange betrieben. Da als Schüler das Budget immer etwas knapp war, wurde viel umgebaut und verbastelt. Und nach einem Unfall des Modells wurde es dann unansehnlich wie es war auch abgewrackt und die Teile eingemottet denn wegschmeißen konnte ich noch nie...

 

Nun hatte ich im Dezember 2009 mal wieder etwas Zeit und brauchte ein Projekt, durch das ich mal wieder meine CAD Kenntnisse auffrischen konnte und wollte eh mal wieder etwas mit meiner Fräse spielen.

Da fiel mir der alte Karton der Feuerwehr ins Auge und siehe da die alten Pläne waren auch noch da.

Leider fand ich im Internet nur noch ein Bild vom Original und nach Plänen graben wollte ich dann auch nicht extra. So setzte ich mich dann mal vor die Robbe Baupläne und schaute was an Material noch vorhanden war...  Fahrwerk, Reifen und  Felgen Front und Heckaufbau sowie ein Beleuchtungsset vom Panther.

Das als Basis und ein kleines Bild vom Originalfahrzeug mussten also reichen und so setzte ich mich dann an den Rechner und Zeichnete mit den Robbe Maßen los. Und so wurde immer mehr versucht dem Original näher zu kommen. Kompromisse machte ich zugunsten des vorhandenen Beleuchtungssatzes und einigen Details wie z.B. den unteren Fensterscheiben in den Fahrertüren da sie genau im bereich der Chassisplatte sind und diese somit sichtbar währe.

Und langsam entstand ein Bild vom Vorhaben

Nun mussten alle Einzelteile noch auf die sechs ABS Platten verteilt werden und der Spaß konnte beginnen

Das ausfräsen der Einzelteile. Es wurde nur so tief gefräst, das die Einzelteile noch in den Platten hängen blieben. Die Teile lassen sich aber einfach so herausdrücken und der "Folienrest" mit dem Fingernagel entfernen.

Platte mit den Heckteilen. Die Lüftungsgitter wurden mit einem 0,5mm Einschneider gefräst und werden einzeln lackiert und dann in die Löcher des lackierten Aufbau geklebt. Geht einfacher und sieht besser aus als aufgemalt.

Die zweiteilige Chassisplatte wird mit 15x15mm Winkeln verbunden der gleichzeitig Anlage für den Aufbau ist.

 

Das Führerhaus entsteht

Die Aufgangsleitern

Der Mittelaufbau mit gefrästem Profil, das Schriftfeld bleibt glatt.

Das löchrige Heckabteil

Heckleuchten vom Panther sind eigentlich etwas groß aber vorhanden und noch erhältlich

Da das Dach an den Kanten nicht eckig sondern abgerundet ist, wollte ich es entgegen der Robbe Feuerwehr auch rund haben. Leider ließ sich das ABS Material nicht so schön um den 8er Radius biegen und warf immer wieder  wellen oder knickte ein.

 

Doch wozu haben wir das Internet. Dort fand ich dann die Anleitung zum "Tiefziehen für Jedermann".

Zuerst habe ich eine Positivform des Daches gefräst und zwar um die 1,5mm Materialstärke kleiner als das Original, also das Innenmaß.

Dann wurde die ABS Platte in einen Spannrahmen aus Sperrholz gespannt und in den auf 220°C Vorgeheizten Backofen gelegt.

Ich habe den Rahmen auf vier Füße aus Aluminium gelegt, damit das ABS wenn es durchhängt nicht am Backblech klebt.

Nachdem ich das Teil im Ofen hatte passierte erstmal nichts..30sek später wellte sich das Material um sich kurz darauf wieder zu spannen. Dann dauerte es etwas bis man sehen konnte das das ABS begann durchzuhängen, nun ist es Zeit den Staubsauger einzuschalten. Dieser bedient meinen Vakuumspanntisch, den ich hierfür von meiner CNC Fräse abgebaut habe (ist dort auch beschrieben). Sobald das Material kräftig, bei mir ca. 25mm durchhängt wird es aus dem Ofen geholt und mittig über den auf der Vakuumplatte liegenden Formkern platziert und schnell nach unten auf die Platte gedrückt. Den Rest erledigt dann das Vakuum.

Wenn alles gut gegangen ist sollte das Ergebnis so aussehen.

Ist das Material noch oder wieder zu kalt, wird es nicht mehr bis auf die Grundplatte gezogen und es entsteht dort ein großer Radius. Deshalb habe ich bei dem Dach 10mm Aufmass in der Höhe dazugegeben was nachher abgeschnitten wird. Beschnitten wird mit einem Cutter und einer der Schnitthöhe entsprechenden Unterlage immer rundum bis es abgetrennt ist.

Fertig angepasst sieht es dann so aus

Fahrwerk

Bisher war ich noch unentschlossen ob ich das Modell auch fahrfertig mache oder nicht.

Dann habe ich durch Zufall vier Reifen vom Robbe Panther bei meinem Fachhändler Rumliegen sehen und gleich mitgenommen und ans Modell gehalten..... die passen !!!  sieht gleich viel erwachsener aus das Modell und es passt auch wenn ich es mit dem Vorbild vergleiche.

Fluchs wurden acht Felgen gedreht und auf der CNC Fräse verschönert.

Nur stellte ich fest, das der Lenkeinschlag mit den neuen Reifen wohl nicht passte da die Blattfedern im Weg wahren. Nach einigen Grübeln habe ich sie dann einfach in das Chassis verlegt, indem ich ein Paar GFK Plättchen angefertigt habe.

Da nun auch das Koppelgestänge der beiden Achsen im Weg war musste die Anlenkung nun auch noch geändert werden und zwar wanderte sie nach innen, wo ich auf den Mittelstücken je einen Umlenkhebel anbrachte. Das Lenkservo liegt jetzt ganz vorn im Rahmen und bewegt die Lenkstange linear da die längen der drei Lenkhebel gleich sind und auf einer Achse liegen.

Hier ist gut der Größenunterschied der Reifen zu sehen

Allerdings gefiel es mir nicht eine M4 Mutter außen auf der Felge zu sehen, so wurden die Achsbolzen aus den Vorderachsen herausgeschlagen und etwas gekürzt in die vorderen Felgen eingepresst. Die Achsschenkel wurden mit 4mm Gleitlagerbuchsen ausgebüchst und die M4 Sicherungsmutter kommt nach innen.

Als Antrieb kamen zwei Hinterachsen der Panther Serie von Robbe zum Einsatz. Diese wurden so Modifiziert, das das M4 Gewinde abgedreht und dort ein M4 Innengewinde eingeschnitten wurde.

Die Felgen der Hinterachse bekamen außen eine Senkung für eine M2 Zylinderschraube und innen einen 8mm Sechskant mit leichtem Untermaß verpasst. So ist nur die kleine Schraube in der Narbe zu erkennen die auch vorn angedeutet ist. Die Führung übernimmt nun der Sechskant, die Schraube sichert nur vor dem herunterrutschen der Felge.

 Der Antriebsmotor ist immer noch der EF76II von Robbe allerdings mit dem Getriebe eines alten Happy Hunter Antriebes also ohne Stevenrohr. Die Graupner Kardanwellen sind nur provisorisch und weichen noch einer richtigen Welle.

Nun wurde alles noch einmal Zerlegt und gereinigt und danach mit reichlich Matt Schwarz erneuert und wieder ,dies mal mit reichlich Sicherungslack zusammengebaut.

 

Befestigt wird das Chassis mit der Karosse durch sechs M3 Schrauben und Distanzbuchsen.

Die Reling auf dem Aufbau wurde in einer gefrästen Lötschablone aus 1mm Messingdraht gelötet. Die Reling für das vordere Dach kommt auch noch.

 

Bisheriger Bauzustand

 

Als nächstes kommt der Löschmonitor sowie der tank, denn fahren tut sie schon. Und das zu meinem erstaunen auch im höheren Gras im Garten. Nur der Regler ist noch ein alter Robbe und etwas knurrig aber das kriegen wir auch noch hin und dann kommt der Lack.

Also bis bald, denn es wird weitergebaut !!!