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Kurz vor Weihnachten 2008 war es endlich soweit,

die von Revell angekündigte Neuheit war endlich im Spielzeughandel erhältlich.

 

Das Modell der Superjacht

Sunseeker "Predator 108"

 

Da ich mich ein wenig in dieses Modell verguckt hatte und mal wieder was schnelles für zwischendurch suchte, wurde der Baukasten kurzerhand erworben.

Vorweggesagt, der Baukasten an sich erfüllt alle Erwartungen an Qualität und Detaillierung, eben Revell.

 

Zum Bau:

 

Zuerst wurde der mehrteilige Rumpf zusammengebaut und die Wasserlinie grob angezeichnet.

 

im Wachbecken wurde der Rumpf dann so lange mit Nägeln gefüllt, bis das Gesamtgewicht ermittelt war.

Gute 320 Gramm wurden so ermittelt. Das dies nicht ganz einfach einzuhalten seien wird, zeigte schon das Wiegen der restlichen Bauteile im Baukasten.

So standen ca.90 - 100 Gramm für die RC-Nutzlast zur Verfügung.

 

Da ich dieses Modell auch Preislich im Rahmen halten wollte, sollten so viele Bauteile aus dem Kellerfundus wie möglich verwendet werden. Auch wenn manches einfacher und leichter zu erhalten ist.

 

Planung des Antriebs:

Da bei dem Modell drei Arneson Oberflächenantriebe  nachgebildet sind, entfallen die üblichen Ruder. Nach kurzer Überlegung ob es denn möglich sei auch diese Miniatur Arneson funktionsfähig zu bauen habe ich es als zu fummelig verworfen.

 

Der Antrieb besteht nun aus zwei zerlegten Standart Servos ES 30 von Conrad für 4€ das Stück, 2 Stevenrohren aus 2mm Messingrohr, 2x 1mm Edelstahlwellen, 2 Wellenkupplungen von 1,5 auf 1mm sowie den Originalen Revell Schiffschrauben.

Um die 2mm dicken Stevenrohre durch die nur 2,8mm dicken Antriebe führen zu können, bohrte ich diese vorsichtig auf der Drehbank auf. Was bei dem weichen Kunststoff und den nicht Rundlaufenden Teilen ein echtes Abenteuer ist.

 

Zum Testen ob es denn so gehen kann, ging es erst mal in die Badewanne und ich war überzeugt.

 

 

Zur Steuerung verwende ich eine ältere Robbe Attack mit einem Robbe 2 Kanal AM Empfänger der ohne Gehäuse und Anntennenkabel grade 9 Gramm auf die Waage bringt und gleichzeitig ein eingebautes BEC System hat, sodass er die 7,4V aus dem Lipo Akku direkt verträgt. Die Ansteuerung der Motoren und somit auch die Lenkung erfolgt über ein Simprop V-Mix Modul welches sehr klein und leicht ist.

Die Servoelektroniken wurden nun vom Motor abgelötet und das normale Poti gegen Spindelpotis ersetzt. Diese lassen sich einfach präziser einstellen. Um den Neutralbereich der Servoelektronik zu erweitern und so das bekannte "Knurren" bei Nichtbetätigten Knüppeln zu vermeiden wurden 1uF Tantal Kondensatoren an den ICs angelötet. Somit ist nun in der Knüppelmitte ein gewisser Leerweg bis zum anlaufen der Motoren geschaffen...

Nun konnten die Motoren eingebaut werden..

Dazu benötigte ich erstmal Kupplungen, die die 1,5mm dicke aber sehr kurze Welle der Servomotoren mit den nur 1mm dicken Schiffswellen verbinden. Der normale "Kupplungsschlauch" greift leider erst ab 1,5mm Wellendurchmesser und ich wollte die Wellen zum Ölen immer Lösbar haben. Also habe ich diese Kupplungen aus Messing selbst gedreht. Sie werden mit Loctite auf die Motorwellen geklebt. Die Schiffswelle wird über eine M1 x3 Schraube verbunden.

 

Als der Antrieb nun stand, konnte alles eingebaut und verkabelt werden.

Ich verzichtete aus Gewichtsgründen auf unnötig dicke Kabelquerschnitte und lötete die Servokabel ohne Stecker direkt an.

Als Stromquelle dient ein 7,4V 800mAh Lipo Akku aus meinem Koax Hubi. Vor den Motoren mittig am Spant ist ein Spannungsregler LM 317T verbaut, der die Spannung für die vorgesehene Beleuchtung auf 2,9V begrenzt.

 

So konnte ich dann mal etwas bauen. Damit man auch Fortschritt sieht.

 

 

Die Beleuchtung:

Da ich immer schon etwas verrückt war was Licht angeht und das Modell sowohl im Stand als auch auf dem See was hermachen sollte, habe ich mich mal umgesehen wie man das wohl machen kann.

Gefunden habe ich dann SMD LED´s in der Bauform 0603 mit fertig angelöteten 0,1mm Cu Lackdrähten  mit den Abmessungen 0,6mm dick, 0,9mm breit und 1,2mm lang und recht hoher Helligkeit.

mal nen Größenvergleich....  also eigentlich nix für meine dicken Finger

Nun habe ich mir Gedanken gemacht, wo es alles auf dem Schiff leuchten sollte. Die Positionslampen standen schon fest. Sie wurden mit einem 1mm Bohrer Ausgebohrt, und ich konnte je eine rote und eine grüne LED hochkant in diese Bohrung einschieben so das sie seitlich hinausleuchten.

Dann habe ich überall auf dem Modell nach Lampen gesucht und habe sie Gefunden.

An den Treppenstufen im Heck, in der Sitzbank hinten und auf dem Vordeck sowie am Whirlpool.

An diesen Stellen wurden die Angedeuteten Leuchten mit einem 1mm Bohrer aufgebohrt, mit 2mm flach gesenkt  und je eine LED hinter die Öffnung geklebt.

Wichtig ist, das alle Rückseiten der Bauteile mit LED´s nachher mit schwarzer Farbe gestrichen werden, da sich das Licht ansonsten im Kunststoff verteilt und das Modell "Röntgt" !!!

Daher habe ich auch den Aufbau vorher innen mit schwarzer Farbe Grundiert

 

Nun konnte wieder normal weitergebaut und lackiert werden.

Dadurch, das das Deck komplett vom Rumpf abgenommen werden kann und auch so fest klemmt, das man es auch im Fahrbetrieb nicht festkleben muss ist es ein leichtes in Abschnitten zu bauen. Selbst der Aufbau kann als letzte Schritt auf das Deck geklebt werden wenn man etwas von der Anleitung abweicht.

Geklebt wurde fast alles mit dünnem Sekundenkleber der sich mit einer aufgesteckten Injektionsnadel gut und sparsam dosieren lässt.

Lackiert wurde der Rumpf und der Aufbau in Seidenmatt weis und schwarz mit Lackfarbe aus dem Baumarkt.

Das Deck und die Details wurden mit denen von Revell vorgeschlagenen Farben Lackiert.

Das meiste wurde wie der Rumpf und das Deck mit der Airbrusch lackiert. Nur das Abkleben war zuweilen sehr fummelig.

 

Auch beim genauen betrachten sollte es Überraschungen geben!

So wurden die drei Monitore im Armaturenbrett beleuchtet. Dazu wurde die Frontplatte vorn und hinten mit mattem Schwarz gepinselt damit sie Lichtundurchlässig wird. Nur der Bereich der Monitore wurde freigelassen. Decals drauf und zwei LED´s hintergeklebt.

 

Als alles nach Bauanleitung aufgebaut war und Beleuchtung verkabelt war machte sich bei mir langsam etwas Erleichterung breit. Denn Trotz der teilweise recht fummeligen Details und meinen meist nicht ganz zitterfreien Händen ist es doch ganz ansehendlich geworden.

 

Und als Schmankerl am Rande lässt sich die Beleuchtung auch ohne Akku z.b. in der Vitrine nutzen. Denn im Rumpf sind zwei Buchsen eingelassen die über den Bootsständer mit Strom versorgt werden können (Stecker Netzteil 12V)

 

Und nun... es werde Licht !!!

 

Insgesamt sind 26 LED verbaut. Sie werden aber statt mit 3,2Volt nur mit 2,9Volt betrieben, da sie sonnst einfach viel zu hell sind. So stellt sich dann auch die unglaublich niedrige Stromaufnahme von knapp 100 mA ein.

 

Jetzt fehlen eigentlich nur noch die Fahrbilder, aber da unser Becken noch nicht starklar ist, und das Wetter nicht grade an den See lockt werden diese nachgereicht.

 

 

Nachtrag 2.Mai 2009

 

So, ich hab es geschafft! Nachdem die Sunseeker den rest des Winters als Schaustück im hiesigen Modellbauladen verbracht hat.... natürlich leuchtend und ohne ausfälle 10h am Tag, habe ich sie mal zu einer Probefahrt entführt.

Gut das Ergebnis war dann keine richtige Probefahrt, sondern eher ein "gedümpel" und vom Wind wegtreiben lassen. Punktum die Schiffschrauben aus dem Baukasten, die in der Badewanne noch gutes geleistet hatten taugen auf dem See nicht die Bohne... kaum Vortrieb... leichtester Wind treibt den Vortrieb gegen Null !!

Aber die wasserlage stimmt perfekt!!!

 

So da ich mit meiner neuen Fräse gespielt habe, und mal was wirklich kleines bauen wollte, habe ich mich dann ran gemacht ein paar schöne Schräubchen für das Boot zu basteln.

Die Blätter sind aus 0,2mm Messingblech ausgefräst und sitzen auf 3mm Narben aus Messing mit 1mm Bohrung für die Welle.

Die Blätter sind Zusammenhängend und wurden nur zwischen die Narbe und Anlaufring gelötet. Die profilierung erfolgte dann durch biegen mit einer Zange.

 

 

 

Beim ersten Test im Waschbecken zeigte sich, das das Schiff selbst bei grade anlaufenden Motoren schon argen vorwärtsdrang  entwickelt.

 

Nachtrag:

Mit den 15mm Props ist die Geschwindigkeit gut, wenn auch das Boot nicht ins gleiten kommt. Die Motoren sind dann aber auch nach längerer Vollgasfahrt recht warm so das wohl die Leistungsgrenze erreicht ist. Das Modell liegt gut auf der Wasserlinie bei ca. 245Gramm Gewicht und sollte gern etwas Hecklastig getrimt werden, da ansonsten gern mal Luft unter die Badeplattform gesaugt wird und die Antriebe an Leistung verlieren. Die Fahrzeit mit einem 800er 2S Lipo liegt bei über einer Stunde Fahrzeit mit Beleuchtung reicht also locker.

Leider haben wir es in Holland versäumt Fahraufnahmen vom Modell zu machen, aber es macht grade in der Dämmerung richtig was her auf dem Teich.

 

 

Und nun viel Spaß beim basteln und illuminieren!

 

Sollten Sie Fragen oder Anregungen haben, zögern sie nicht es mich wissen zu lassen !!!